Gutes Licht ist der Motor jedes funktionierenden Aquariums. Es ist weit mehr als nur Helligkeit – es steuert das Pflanzenwachstum, beeinflusst die Farbenpracht der Fische und ist der entscheidende Faktor im Gleichgewicht mit den Algen. Dieser kompakte Leitfaden erklärt die drei wichtigsten Stellschrauben für eine erfolgreiche Aquarienbeleuchtung: die richtige Dauer, die passende Intensität und ein ausgewogenes Nährstoffangebot.
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Teil 1: Die Beleuchtungsdauer (Photoperiode) – Der richtige Rhythmus
Ein stabiler Tag-Nacht-Rhythmus ist für Pflanzen und Tiere essenziell. Steuern Sie Ihre Beleuchtung immer über eine Zeitschaltuhr.
- Einfahrphase (neues Aquarium): Beginnen Sie in den ersten Wochen mit einer kurzen Beleuchtungsdauer von nur 6 Stunden pro Tag. Dies gibt den Pflanzen Zeit anzuwachsen, ohne den Algen zu viel Energie zu liefern.
- Stabiler Betrieb: Steigern Sie die Dauer langsam auf 8 bis maximal 10 Stunden pro Tag. Mehr Licht bedeutet nicht automatisch besseres Wachstum, sondern oft nur mehr Algenprobleme, wenn die Nährstoffe nicht ausreichen.
- Mittagspause (optional): Eine Beleuchtungspause von 2–4 Stunden in der Mitte des Tages kann helfen, Algen zu unterdrücken, da deren Stoffwechsel dadurch unterbrochen wird, während höhere Pflanzen sich schneller anpassen.
Teil 2: Die Lichtintensität – Lumen pro Liter als Faustregel
Die Stärke der Beleuchtung muss zu den Bedürfnissen Ihrer Pflanzen passen. Als einfache Faustregel hat sich die Angabe „Lumen pro Liter“ (lm/l) etabliert. Addieren Sie die Lumen-Werte Ihrer Leuchten und teilen Sie diese durch das Netto-Volumen Ihres Aquariums.
| Beleuchtungsstärke | Lumen pro Liter (lm/l) | Geeignet für… |
|---|---|---|
| Schwachlicht | 15–25 lm/l | Anspruchslose Pflanzen (Anubias, Javafarn, Moose), reine Fischaquarien. |
| Mittleres Licht | 25–40 lm/l | Der Standard für die meisten gängigen Aquarienpflanzen (gutes Wachstum). |
| Starklicht (High-Tech) | 40+ lm/l | Anspruchsvolle, Bodendecker- und rote Pflanzen. Achtung: Erfordert zwingend eine CO₂-Düngung und eine präzise Nährstoffversorgung! |
Teil 3: Algen vermeiden – Der Schlüssel ist das Gleichgewicht

Algen sind keine Krankheit, sondern ein Symptom für ein Ungleichgewicht im Aquarium. Meistens ist ein Nährstoff-Überschuss im Verhältnis zur vorhandenen, gesunden Pflanzenmasse die Ursache.
- Konkurrenz schaffen: Setzen Sie von Anfang an viele, schnellwachsende Pflanzen ein. Sie sind die beste Konkurrenz für Algen um die verfügbaren Nährstoffe.
- Licht und Dünger im Einklang: Viel Licht erfordert viele Nährstoffe (Düngung) und CO₂. Wenn Sie wenig düngen, müssen Sie auch die Lichtintensität reduzieren.
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden: Stellen Sie das Aquarium niemals so auf, dass es direktes Sonnenlicht abbekommt.
- Schwimmpflanzen als Dimmer: Wenn Ihre Beleuchtung zu stark ist, sind Schwimmpflanzen (z.B. Froschbiss) eine hervorragende und natürliche Möglichkeit, das Licht zu dimmen.

Fazit
Eine erfolgreiche Aquarienbeleuchtung ist ein Dreiklang aus konstanter Dauer (8–10 Stunden), einer an die Pflanzen angepassten Intensität (Lumen pro Liter) und einer dazu passenden Nährstoffversorgung. Wenn diese drei Faktoren im Gleichgewicht sind, werden Ihre Pflanzen prächtig gedeihen, die Fische ihre schönsten Farben zeigen und Algen haben kaum eine Chance.
Wie lange sollte das Licht im Aquarium an sein?
Für ein gut bepflanztes Aquarium ist eine tägliche Beleuchtungsdauer von 8 bis 10 Stunden ideal. In der Einfahrphase eines neuen Aquariums sollten Sie mit 6 Stunden beginnen und die Dauer langsam steigern.
Was bedeutet „Lumen pro Liter“ (lm/l)?
Es ist eine einfache Faustregel, um die Lichtintensität für Ihr Aquarium zu bestimmen. Für die meisten Standard-Pflanzenaquarien ist ein Wert zwischen 25 und 40 Lumen pro Liter eine gute Orientierung.
Meine Aquarienbeleuchtung ist zu stark. Was kann ich tun?
Die einfachste und natürlichste Methode ist der Einsatz von Schwimmpflanzen. Sie dimmen das Licht auf natürliche Weise ab und verbrauchen gleichzeitig überschüssige Nährstoffe, was Algen entgegenwirkt. Alternativ kann die Leuchte, falls dimmbar, in ihrer Leistung reduziert werden.
