Sie planen einen modernen Sonnenschutz und stoßen immer wieder auf die Begriffe Raffstore und Außenjalousie. Was ist der Unterschied? Die einfache Antwort: Keiner. Es sind zwei Namen für dasselbe, architektonisch anspruchsvolle und hochfunktionale System. Dieser umfassende Ratgeber erklärt alles, was Sie über moderne Raffstoren wissen müssen: von den unterschiedlichen Bauarten und Lamellenformen über die Steuerung bis hin zu den Kosten.
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Teil 1: Die Grundlagen – Was ist ein Raffstore?
Ein Raffstore ist eine außenliegende Jalousie mit horizontalen, verstellbaren Lamellen aus Aluminium. Seine Genialität liegt in der doppelten Funktion: Er bietet einen exzellenten Hitzeschutz, da er die Sonnenstrahlen stoppt, bevor sie das Fenster erreichen. Gleichzeitig ermöglicht er durch die flexible Neigung der Lamellen eine präzise Tageslichtlenkung. So lässt sich Blendung am Bildschirm oder Fernseher verhindern, ohne den Blick nach draußen komplett zu verlieren.
Teil 2: Die Konstruktion – Bauarten & Montage
Die Art der Montage ist eine der wichtigsten Entscheidungen und sollte früh in der Bau- oder Sanierungsphase getroffen werden. Sie bestimmt, ob der Raffstorekasten sichtbar oder unsichtbar in die Fassade integriert wird.
Vorsatzraffstoren (Auf die Fassade montiert)
- Mit sichtbarem Kasten: Die Standardlösung für die Nachrüstung im Altbau. Der Kasten (eckig, rund, halbrund) wird zu einem sichtbaren Gestaltungselement.
- Mit Einputzkasten (unsichtbar): Perfekt für Neubauten oder energetische Sanierungen mit WDVS. Der Kasten wird in die Dämmung integriert und überputzt.
Aufsatzraffstoren (Auf das Fenster montiert)
Hier bildet der Kasten eine feste Einheit mit dem Fensterrahmen und wird gemeinsam mit dem Fenster montiert. Vorteil ist die schnelle Montage, ein Nachteil die leicht reduzierte Glasfläche.
Neubau-Aufsatzkästen / Sturzkästen (Im Mauerwerk integriert)
Die eleganteste Lösung für Neubauten. Der Kasten ist bereits im Rohbau als Teil des Sturzes vorgesehen und verschwindet komplett unsichtbar im Mauerwerk.

Teil 3: Die Technik im Detail
Die Lamellen: Form und Funktion
- Flachlamellen: Die günstige und filigrane Variante, gut für kleinere, windgeschützte Fensterflächen.
- Gebördelte Lamellen: Der stabile Allrounder. Umgebördelte Kanten verleihen deutlich mehr Festigkeit und Stabilität.
- Z-Lamellen: Bieten durch ihre spezielle, ineinandergreifende Form den bestmöglichen Abdunkelungseffekt und die höchste Windstabilität.
Die Führung: Seil oder Schiene
Seilführung ist die minimalistische, kaum sichtbare Variante, eignet sich aber nur für kleine Flächen. Die deutlich robustere und windstabilere Schienenführung ist der empfohlene Standard bei den meisten Fenstergrößen.
Die Steuerung: Immer motorisch!
Moderne Raffstoren werden ausschließlich motorisch betrieben, meist mit langlebigen Motoren von Qualitätsherstellern wie Somfy, Elero oder Becker. Die frühere manuelle Kurbel ist technisch veraltet und wird in der Praxis nicht mehr eingesetzt.
- Schaltersteuerung: Die Basisausstattung mit direkter Bedienung an der Wand.
- Funksteuerung: Komfortable Bedienung per Fernbedienung oder Wandsender, ideal für die Nachrüstung.
- Smart-Home-Integration: Die intelligenteste Lösung. Wetter- und Sonnensensoren steuern die Raffstoren automatisch und optimieren so Energieeffizienz und Wohnkomfort.
Teil 4: Der Mehrwert – Energieeffizienz & Komfort
Raffstoren sind mehr als nur Sonnenschutz – sie sind ein aktives Element der Gebäude-Energieeffizienz. Studien zeigen, dass sie die Kühllast im Sommer um bis zu 30–40 % senken können. In Kombination mit einer automatischen Steuerung wird eine Überhitzung der Räume effektiv verhindert, oft ohne dass eine Klimaanlage benötigt wird.

Praxis-Tipp: Raffstoren eignen sich auch hervorragend für Büros und Schulen, wo Blendfreiheit am Bildschirm entscheidend für produktives Arbeiten ist.
Teil 5: Die Investition – Was kostet ein Raffstore?
Raffstoren sind eine Premiumlösung und daher teurer als Rollläden. Die wichtigsten Preisfaktoren sind Größe, Lamellentyp, Bauart und die Art der Steuerung. Als grobe Hausnummer können Sie mit Kosten zwischen 250 € und 600 € pro Quadratmeter rechnen, bei großen Anlagen oder Speziallösungen auch mehr.

Fazit
Raffstoren sind die architektonisch anspruchsvollste und flexibelste Form des außenliegenden Sonnenschutzes. Sie kombinieren effektiven Hitzeschutz mit präziser Tageslichtlenkung und verbessern nachhaltig Energieeffizienz und Wohnkomfort. Wer frühzeitig die passende Bauart wählt (Vorsatz, Aufsatz oder Sturzkasten) und auf eine moderne, motorisierte Steuerung setzt, erhält ein langlebiges, smartes System, das Funktionalität und Design auf höchstem Niveau vereint.
