U-Wert & g-Wert bei Fenstern: So sparen Sie Heizkosten und gewinnen Energie

Sie holen Angebote für neue Fenster ein und stolpern über technische Kürzel: Uw, Ug, Uf, g-Wert. Diese Angaben sind kein Geheimcode, sondern entscheidende Kennzahlen für Energieeffizienz, Wohnkomfort und Ihre zukünftigen Heizkosten. Wer sie versteht, kann Angebote realistisch vergleichen, Förderungen besser nutzen und langfristig viel Geld sparen.

Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren weiterführenden Experten-Guides: „Warme Kante“: Energie sparen am Glasrand · Sonnenschutz-Systeme im Vergleich · Welche Fenster wählen? (Kaufratgeber)

Eine Person vergleicht den U-Wert und g-Wert in einem Angebot für neue Fenster.

Teil 1: Die Grundlagen – Das Energie-Etikett des Fensters entschlüsseln

Der U-Wert – Ihr Schutzschild gegen Wärmeverluste

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) zeigt, wie gut ein Bauteil gegen Kälte isoliert. Je kleiner der Wert, desto weniger Energie geht von innen nach außen verloren. Gemessen wird er in W/(m²K).

Merksatz: Ein halbierter U-Wert bedeutet eine doppelt so gute Wärmedämmung.

Uw, Ug, Uf – Die drei entscheidenden Komponenten

  • Ug-Wert („glazing“ = Verglasung): Beschreibt ausschließlich die Dämmung der Glasscheibe. Moderne Dreifach-Verglasungen erreichen hier Top-Werte zwischen 0,4 und 0,7.
  • Uf-Wert („frame“ = Rahmen): Bezieht sich nur auf den Fensterrahmen. Hier entscheiden Profilbreite, Kammeranzahl und Material.
  • Uw-Wert („window“ = gesamtes Fenster): Kombiniert Glas, Rahmen und den Randverbund (Abstandhalter). Nur dieser Gesamtwert ist für den Vergleich von Angeboten wirklich relevant!

Der g-Wert – Ihre kostenlose Zusatzheizung

Während der U-Wert den Verlust beschreibt, geht es beim g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) um den Gewinn. Der Wert zeigt, wie viel Prozent der Sonnenenergie in Form von Wärme durch das Glas ins Rauminnere gelangt und diesen passiv aufheizt.

Beispiel: Ein g-Wert von 0,60 bedeutet, dass 60 % der einfallenden Sonnenenergie den Raum erreichen und Ihren Heizbedarf aktiv reduzieren – ganz ohne Kosten.

Teil 2: Die Strategie – Das richtige Fenster für die richtige Wand

In der Praxis sucht man immer das beste Verhältnis aus niedrigem U-Wert und hohem g-Wert. Doch die perfekte Wahl hängt stark von der Himmelsrichtung ab:

Südfenster: Energiegewinne maximieren

Auf der Südseite zählt ein hoher g-Wert (idealerweise 0,55–0,65), damit im Winter möglichst viel kostenlose Sonnenwärme ins Haus gelangt. Hier kann der Energiegewinn den Wärmeverlust sogar übersteigen.

Nordfenster: Verluste minimieren

Auf der Nordseite gibt es keine direkte Sonne, daher ist der g-Wert hier fast egal. Es zählt allein ein extrem niedriger Uw-Wert (z.B. unter 0,8 W/m²K), um die Verluste an der kalten Schattenseite zu stoppen.

Teil 3: Die Details, die den Unterschied machen

Rahmen und Randverbund – Die oft unterschätzten Effizienz-Booster

Detailansicht einer "warmen Kante" als Abstandhalter in einer modernen Zweifachverglasung.

Bei modernen 3-fach-Verglasungen ist das Glas meist schon „Top-Klasse“. Die wahren Effizienzkiller können dann ein breiter, schlecht dämmender Rahmen oder ein veralteter Randverbund sein. Achten Sie auf den Abstandhalter zwischen den Glasscheiben: Standard-Aluminium leitet Wärme und ist eine Wärmebrücke. Moderne „warme Kante“ Abstandhalter aus Kunststoff oder Edelstahl verbessern den gesamten Uw-Wert des Fensters spürbar und reduzieren die Kondenswasserbildung am Glasrand.

Tipp: Achten Sie auf schlanke, hochgedämmte Rahmenprofile – so maximieren Sie die Glasfläche und damit Licht, solare Gewinne und die Gesamtenergieeffizienz.

Teil 4: Ihr Praxis-Check – FAQ & Checkliste

Häufige Fragen zu Fensterkennwerten

  • Was ist ein guter Uw-Wert? Für Neubauten sind in Deutschland nach GEG oft Uw-Werte von maximal 0,95 W/m²K gefordert. Passivhaus-Fenster liegen bei 0,80 oder besser.
  • Warum unterscheiden sich Angebote bei scheinbar gleichem Glas? Unterschiedliche Rahmenkonstruktionen (Uf-Wert) und Abstandhalter („warme Kante“) erklären meist die Differenz im entscheidenden Uw-Wert.
  • Welche Rolle spielt die Farbe des Rahmens? Energetisch fast keine. Die Farbe beeinflusst den U-Wert nicht, wohl aber, wie stark sich der Rahmen bei direkter Sonneneinstrahlung aufheizt.

Checkliste: So vergleichen Sie Angebote richtig

  • Vergleichen Sie immer die Uw-Werte für das gesamte Fenster, niemals nur die Ug-Werte für das Glas.
  • Südseite: Hohen g-Wert für kostenlose Sonnenwärme priorisieren.
  • Nordseite: Den bestmöglichen (niedrigsten) Uw-Wert wählen.
  • Fragen Sie aktiv nach dem Abstandhalter und bevorzugen Sie eine „warme Kante“.

Fazit

Ein Fenster, das auf die jeweilige Himmelsrichtung und Ihre Bedürfnisse optimiert ist, kann mehr Energie einbringen, als es verliert. Indem Sie auf die entscheidenden Kennwerte – Uw-Wert, g-Wert und die Qualität von Rahmen und Randverbund – achten, machen Sie aus einem passiven Bauteil einen echten Energiegewinner und eine sichere Investition in die Zukunft.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen